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Westhoff Magenbitter

Quelle: Müscheder Blätter Beiträge zur Heimatgeschichte, November 2001, 23. Folge

Nette Geschichten

Jeder Tropfen ist wichtig oder: Alkohol tötet alle Bazillen

Josef Westhoff entwickelte 1889 aus 24 Bitter- und Süßkräutern den bekannten ‘Westhoff‘, einen wohlschmeckenden Magenbitter - Anfang des vergangenen Jahrhunderts war er ein echter Renner. Mit Pferdewagen, später mit einem eigenen Lastkraftwagen und per Bahn wurde der “Westhoff“ in ganz Westfalen ausgeliefert. Dieser Erfolg war kein Zufall, denn Westhoff war ein tüchtiger und sparsamer Geschäftsmann.

Regelmäßig besuchte er persönlich seine große Kundschaft und warb unermüdlich für sein Produkt, Man freute sich, wenn er kam, denn er war unterhaltsam und wenn es sein musste auch spendabel. Er verteilte seine Kostproben, trank gerne einen oder auch mehrere mit - so schien es jedenfalls.

Tatsächlich kannte er die Wirkungen seiner „Medizin“ und trank nur, wenn es nicht zu umgehen war. Aus diesem. Grund präparierte er sich einen Spazierstock, den er auf seinen Werbetouren mitführte. Der Stock war etwas ‘dicker als normal und hohl,, ein guter halber Liter fand Platz in ihm. Die Krücke war konstruiert wie ein Flaschenverschluss, leicht zu öffnen und zu schließen.

Dazu hatte er eine Trinktechnik entwickelt, die es ihm ermöglicht., die Menge eines Schnapsglases längere Zeit unbemerkt im Mund zu halten, Von Zeit zu Zeit ging er vor die Tür, öffnete seinen Spazierstock und spuckte den Mundin­halt hinein.

Diese Prozedur wiederholte sich mehrmals am Tag, so dass sein Stock abends, wenn er zu Hause ankam, meistens gut gefüllt war. Er goss nun den ‘wertvollen‘ Inhalt zurück in eines der großen Eichenfässer, aus denen er einige Tage zuvor abgezapft worden war.

Die Geschichte ist von einem längst verstorbenen Müscheder

Gastwirt oft erzählt worden. Ob sie allerdings der vollen

Wahrheit entspricht, darf bezweifelt werden.

 

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